Duisburg: die programmierte Katastrophe

Mit großer Betroffenheit habe ich die Ereignisse und Berichterstattung der LoveParade verfolgt. Ich habe versucht mir vorzustellen, in einer gigantischen Menschenmenge eingeklemmt zu sein, keine Luft mehr zu bekommen, ja Todesangst zu spüren….Vor großen Menschenmengen hatte ich immer enormen Respekt, man kann nicht umsichtig genug sein. Nun das…..Ich kenne diesen Tunnel, in dem man schon Panik bekommt, wenn man dort allein ist.
Ganz offensichtlich haben die Verantwortlichen gegen alle Regeln der Kunst, sprich der VersammlungsStätten-Verordnung, verstoßen. Ein Organisationsverschulden mit katastrophalen Folgen. Ein zu kleines und obendrein abgesperrtes Gelände, ein Nadelöhr als Zugang. Der gesunde Menschenverstand sagt einem schon, daß dies nicht funktionieren kann. Wie kann es zur Genehmigung kommen? Profitgier, falscher Ehrgeiz, Ignoranz……?  Wer hat Druck ausgeübt? Bedenken vom Tisch gewischt?  Kostprobe gefällig? tagesschau.de berichtet……
“Zudem befreie der Sachbearbeiter der Unteren Bauaufsicht im Duisburger Amt für Baurecht und Bauberatung in dem Dokument die Organisatoren von der Vorschrift, die vorgeschriebenen Breiten der Fluchtwege einhalten zu müssen. Außerdem verzichteten die Beamten auf Feuerwehrpläne. Das von “Spiegel online” zitierte Schriftstück vom 21. Juli 2010 mit dem Aktenzeichen 62-34-WL-2010-0026 trägt den Titel “Genehmigung einer vorübergehenden Nutzungsänderung”. Es richtet sich an die Berliner Lopavent GmbH als Veranstalter der Loveparade.”

Poltik und Veranstalter sind nicht nur juristisch, sonder auch moralisch verantwortlich. Die ganze Erbärmlichkeit zeigte sich bei der Pressekonferenz. Wie Kleine Jungs, die etwas Schlimmes angestellt haben, aber nicht den Mumm haben, es zuzugeben.
Duisburg lehrt uns, Aus- und Weiterbildung zur Veranstaltungssicherheit zu intensivieren.

Ein frischer Wind weht durch die Event-Portale

eveos_logo_auf-weiss_web1.jpg Seit Mai 2010 bereichert das Event-Portal http://www.eveos.de/ die Szene. Aufgeräumt, frisch und sympathisch ist der Look dieser BtoB-Plattform für Event-Dienstleistungen.
Doch was ist anders, was ist neu? Die Betreiber setzen auf Transparenz und Nutzwert für die Veran-
staltungsplaner in den Unternehmen und stellen Event-Pakete ins Schaufenster. Knackige Leistungs-
beschreibungen mit einem Festpreis. Das ist eine klare Differenzierung zum Establishment von memo-media, MICE AG, guxme und eventmanager.de.  Web 2.0 Applikationen wie Blog, Twitter und RSS sind bei eveos selbstverständlicher als andernorts.
Ein Schmankerl sind auch die Ausschreibungen, die Unternehmen platzieren können. Das ist für beide
Marktparteien ein echter Service. Auch die Werbefreiheit fällt angenehm auf.

Kurzes Fazit des Portal-Vergleichs: der Abstand zum Marktführer memo-media ist gewaltig, aber die anderen Portale sollten aufpassen. Wenn der Branchenkatalog von eveos erst einmal gut gefüllt ist, dann bläst der Wind von vorn.

Compucoach + Guest Control = Guest One

Grundsätzlich sind größere Betriebseinheiten in der Event-Branche zu begrüßen. Doch hier wird gerade eine Menge Markenkapital pulverisiert. Insbesondere Guest Control hat in der Vergangenheit sehr viel Geld in die Print-Werbung gesteckt. Die neue Marke muß beworben werden und da ist es unverständlich, daß die Websites beider Unternehmen die Fusion unauffällig und obendrein unter-schiedlich kommunizieren.
Da beide Standorte erhalten bleiben, werden nicht alle Synergien auf der Kostenseite ausgeschöpft. Für die Kunden bleibt abzuwarten, wie sich der erhöhte interne Abstimmungsaufwand auswirkt. Die Management-Kapazität wird in der ersten Phase stark absorbiert werden durch die neuen internen Prozesse. Trotzdem oder gerade deswegen -  Glückauf!

 

eventpreisbrecher.de

Die erste Low-Cost-Agentur ist da! Pauschalangebote für Hamburg, Berlin und München wie im Reisebüro. Ein Festpreishonorar für Konzeption und Organisation von 998,- zzgl. Sachkosten und
Durchführung (optional) durch Freelancer. Man reibt sich die Augen und denkt an Kegelclubs und
Busse voll Senioren.
Mitnichten - das ist ein Angebot für Unternehmen! Ein Ramschangebot vom Insolvenzverwalter einer
Agentur? Nein - ein Startup-Unternehmen von Peter Cramer aus Hamburg, bis dato achtung!erlebnis.
Zum Glück bekommt jeder die Kunden, die er verdient und da beneide ich Peter Cramer überhaupt nicht.
Dieser Wettbewerber kann eine gestandene Agentur für Live-Kommunikation nicht kratzen, sehr wohl aber der Kratzer im Image der Event-Agenturen generell, der hiermit entsteht.

Einer guten Idee ist es egal, wer sie hat

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Justitia ist manchmal auf einem Auge blind. Eine Jury manchmal auf beiden Augen. Anders ist
kaum zu erklären, daß EVONIK/Vok Dams im Jahre 2008 eine EVA in Gold erhielten.
Sicherlich war das eine bemerkenswerte Eventkommunikation - Silber oder Bronze wäre jedoch
angemessener gewesen. Denn eigentlich war es ein Plagiat! Wir erinnern uns an die Verhüllung
des Reichstages in Berlin durch den Aktionskünstler Christo - das war 1995. Spektakulär war
die Verhüllung des BAYER-Hochhauses 1999 aus Anlaß von 100 Jahren ASPIRIN.
Dann erinnert sich die Essener Bevölkerung noch sehr gut an die Verhüllung des RAG-Gebäudes
im Jahre 2006 zur Bewerbung als “Kulturhauptstadt Europa”.

Die Agentur Vok Dams ist nun auch noch für den Design-Preis der Bundesrepublik Deutschland
nominiert worden. Es ist so ähnlich wie im Journalismus - einer schreibt vom anderen ab, ganz
unkritisch. Das scheint auch bei Jurys zu sein. Das Entscheidene bei der schrittweisen Verhüllung/
Enthüllung des EVONIK-Hochhauses war doch die Idee, alles andere war Handwerk (was andere geleistet haben als die Agentur, ich ziehe meinen Hut davor). Doch die Idee war bereits mehrfach realisiert worden. Also, was ist preiswürdig?

Gut für Deutschland

Der aktuelle Claim der zentralen Sparkassen-Kampagne trifft auch auf das Buch des Deutschen Sparkassenverlages zu:  Eventkommunikation, herausgegeben von Ralph Dannhäuser, Bereichs-
leiter Eventkommunikation. Allein der gewählte Titel hebt sich wohltuend sachlich ab. Ja, unsere
Zunft macht Eventkommunikation. Neben Live-Kommunikation und Eventmarketing die einzig
zulässigen Begriffe.
Insgesamt fünf ausgewiesene Experten beleuchten aus theoretischer, praktischer und juristischer Perspektive das Treiben der Event-Branche. Vorzügliche Fallbeispiele steuert - klar -
die Sparkassen-Finanzgruppe bei. Anschaulich und lehrreich, 180 Seiten, zum Preis von ca. 37,-
Für Auszubildende, Studenten und Praktiker gleichermaßen empfehlenswert. Mehr Info unter
http://www.eventkommunikation.org/index.php

Von der Spass- zur Erlebnisgesellschaft

Im Jahre 1762 schrieb der französische Philosoph Jean-Jacques Rousseau: „Nicht wer am ältesten wird, hat am längsten gelebt, sondern wer am stärksten erlebt hat.“
Heute schon gelebt? Heute schon etwas erlebt? Die Erlebnisgesellschaft ist längst in
das Zeitalter der Eventkultur aufgebrochen: zu Milleniums-Feiern, in Freizeitparks, zu einem Tag des offenen Ministeriums in Berlin, wir besuchen Live-Aid-Konzerte, wir bestaunen den Kino-Klassiker Ben Hur als Live-Inszenierung. Die Fußball-Bundesliga ist nicht nur ein sportlicher Wettbewerb, sondern auch ein Drama in 34 Akten. Der Hunger nach Erlebnissen ist riesengroß und wird durch eine Freizeitindustrie gestillt. Markenartikelunternehmen springen nicht nur auf den Trend, sie stellen sich an seine Spitze. Das beweisen die zahlreichen brandlands der Autoindustrie – Autostadt, BMW-Welt, Mercedes-Museum etc. – sind keine Automobilausstellungen, sondern sollen die Marke erlebbar machen, Teil eines bestimmten Lifestyle sein. Die Spaßgesellschaft der 90er Jahre tastete sich noch durch mögliche Erlebniswelten, die Erlebnis-Gesellschaft des 21. Jahrhunderts entwickelt sie weiter. Der Begriff Erleben bedeutet nah am Leben. Man ahnt bei dieser Deutung, was uns antreibt könnte: es gehört zu unserer Überlebensstrategie, möglichst viel über das Leben zu wissen. Oder wie Sokrates das Dilemma beschrieb: „Ich weiß, daß ich nichts weiß.“Die neurobiologischen Forschungen der jüngsten Vergangenheit haben die Bedeutung der Emotionen für unser Verhalten und Handeln unterstrichen. Das gefühls-gesteuerte Unterbewusstsein dominiert unsere Entscheidungen und das schon seit Millionen von Jahren. Der große Denker und Forscher Johann Wolfgang von Goethe brachte es auf die sinngemäße Formel: „Nur was Ihr fühlt werdet, Ihr begreifen!“ In diesem Licht müssen wir soviel wie möglich über unsere Lebensbedingungen erfahren, ja erfühlen. Vorneweg marschieren die Unternehmen unter dem Banner des Eventmarketing. „Marketing spüren“ bezeichnet der österreichische Dramaturg Christian Mikunda diese Entwicklung, die sich gerade auch im öffentlichen Raum abspielt. Die neuen Spielplätze der Erlebnisgesellschaft sind mitten in der Stadt: auf Plätzen, in Museen, in Einkaufs-zentren, in der Gastronomie, in Themen-Hotels. Walt Disney war auch ein Pionier des Eventmarketing, denn er hat begehbare Filme geschaffen. Er hat seine Kinoerfolge in  eine neue Marktnische trans-feriert. Die Markenmacher von heute können eine Menge von ihm lernen.

C wie Consulting oder C wie Chimäre?

Die Welt hat lange warten müssen - endlich Consulting von Vok Dams! Der Meister der Camouflage hat nachgedacht und gebrainstormt und einen Gedankenblitz: Beratung ist mit einer hohen Wertschöpfung verbunden ist. Also wird flux unter dem Dach des ILM eine neue Unit installiert, die Website des ILM umbenannt in vokdams-consulting.de und mit Birgit Kriesche eine Leiterin aus dem Hut gezaubert. Leider erfährt man auf der Website gar nichts über das neue Portfolio, auch nichts über Madame Kriesche. Kann jemand meine Wissenslücke schließen? Es ist so etwas wie name dropping - ansonsten bleibt alles beim Alten. Vielleicht ist es ja Analog-Käse wie auf einigen TK-Pizzas.
Ach, ich habe etwas von Vok Dams gelernt: Portfolio, also die Leistungen, die man anbietet und der Kunde bezahlt, ist ein - MEHRWERT http://www.vokdams-consulting.de/?id=11

Und jährlich grüßt das Murmeltier…

…und überreicht hämisch grinsend das alljährliche Ranking der Event-Agenturen. Der große
Bluff geht also weiter, bei dem die meisten der 35 Agenturen kalt lächelnd und angeblich attestiert ihre Billings als Gross Income ausgeben. HORIZONT und w&v lassen es weiter mit sich machen, sind die Komplizen der grandiosen Publikumstäuschung. Der arglose Leser auf Endkundenseite ist der Betrogene, wenn Agenturen eine wirtschaftliche Potenz behaupten, die sie nicht haben. Ganz nebenbei, es ist nicht nur geschmacklos und billig, sondern es verstößt auch gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb.  Der dreisteste der Buben, der aus Wuppertal, hat seine “Siegesmeldung” sofort hinaus posaunt: Seit sechs Jahren kontinuierlich an der Spitze, VOK DAMS auch 2008 wieder Nr. 1 im Umsatzranking. Ich gratuliere ganz herzlich. Und doppelt soviel Umsatz wie kogag, die bedauernswerte Nr. 2, das muß beim arglosen Leser mächtig Eindruck machen. Damit kann man auftrumpfen.

Mein Respekt gehört den Agenturen, die sich bewußt nicht mehr am Ranking beteiligen wie
z. B. facts+fiction, face-to-face, Vogelsänger Events, First Class Events und Milla & Partner. Interessant ist, daß nur 13 der 35 Agenturen dem FME angehören. Im Umkehrschluß, 28 der 41 FME-Mitglieder haben an dem Ranking nicht teilgenommen. Eine echte Ohrfeige für den Verband, sie trauen ihm nicht. Apropos, der wäre eigentlich die Instanz, Spielregeln zu setzen und zu kontrollieren. Aber, ach nein, Volkwart Dams sitzt ja im Präsidium. Stattdessen macht der FME fröhlich in der sog. Arbeitsgemeinschaft mit. Insider wissen, daß der Ärger rund um das Ranking seit seiner ersten Veröffentlichung existiert. Einige Agenturen geben echte Zahlen ab, geschätzt ein Drittel. Die sind auch betrogen, denn wie so oft im Leben - der Ehrliche ist der Dumme.

Telegramm aus München-Ost

Matthias Kindler, einer der profiliertesten Event-Kreativen und Agentur-Köpfe beleuchtet
nun auch in seinem Blog die Event-Szene. Vier Augen sehen mehr als zwei! Also herzlich willkommen.  http://www.matthiaskindler.com/about/Blog/Blog.html

Das Problem mit den Eventagenturen

Der Entertainer Jörg Knör deckte kürzlich in einem Interview mit der absatzwirtschaft
das grundlegende Defizit vieler Event-Agenturen auf - die mangelhafte Marketing-Kompetenz.
Er wundert sich darüber, “wie wenig Agenturen zur Markeninszenierung einfällt.
Es gibt wenige, bei denen etwas Neues passiert. Es gibt viele mit den ewig gleichen
Konzepten wie zum Beispiel ‘Zeitreise’, sobald ein Unternehmen ein rundes Jubiläum hat.
Und dann muß die Band aus jedem Jahrzehnt Songs spielen. Was hat das mit dem Unternehmen zu tun?”

Dieser Befund aus dem Munde eines Bühnen-Profis mit über 20jähriger Erfahrung ist
schon erschütternd. Welches Unternehmen braucht eine Agentur, die “Excel-Tabellen abarbeitet und viele Headsets trägt”?
Erstaunlicherweise haben viele Agenturen nicht verstanden, daß Eventmarketing aus
Event und Marketing besteht. Event(-Management) ist das Handwerkszeug. Aus dem Marketing leitet sich das Konzept, der Bauplan, ab. Es gilt, die Marke zu inszenieren, erlebbar zu machen.
Eventmarketing ist ein Kommunikationsinstrument. Mit Besonderheiten. Mit Stärken. Agentur-Mitarbeiter, vom Kreativ-Direktor bis zum Junior-Projektleiter, sollten über genügend Marketing-Kenntnisse verfügen, um mit Kunden auf Augenhöhe sprechen zu können. Laufburschen haben keine Zukunft.

Merz Pharma: eine bittere Pille

Der Konzern-Einkauf wird von Agenturen und Dienstleistern gefürchtet. Oft begegnet man
dem blinden Drängen nach dem billigsten Angebot. Dies ist langfristig nicht die beste Wahl,
weil es immer jemanden gibt, der morgens seiner Hausbank einen neuen Auftragseingang ver-
sprochen hat. Aber auch die Einkäufer denken an ihren Bonus, der heißt allerdings Savings.
Eine ganz andere Variante des taktisch klugen Einkaufens: das Schnorren von strategischen Informationen. Anruferin: “Gibt es Rankings mit richtig guten und kreativen Agenturen?” WR: “Ja, aber die taugen nicht viel. Was für eine Agentur suchen Sie denn?” Anruferin: “Eine, die gut
ist im Teilnehmermanagement. Wir haben viele kleine Veranstaltungen.” WR: “Also mehr
Logistik als Kreativität?” Anruferin: “Ja, genau. Kennen Sie solche Agenturen? Die sich auch
in der Pharma-Branche auskennen?” WR: “Ja, xy und xz sind gut.” Anruferin: “Ach, kenne ich
gar nicht.” Kurze Zeit später “Dann machen Sie mir doch ein Angebot für eine qualifizierte
Recherche!”
Mein Angebot für 5 Agentur-Vorschläge entsprechend dem genauen Anforderungsprofil von
Merz: € 400 (Sonderpreis, vielleicht ist das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft).
Vier Tage später ein aufschlußreiches Telefonat mit derselben Dame “Das ist mir zu teuer.” Sprachlosigkeit, dann: “Was wäre es Ihnen denn Wert gewesen?” Anruferin: “100 Euro.”
Fassungslosigkeit, Ende des Telefonats. Ich schaue in meinem Profil nach - ja, 14 Jahre in
leitender Funktion in 2 Event-Agenturen. Ja, ein echter Branchen-Fuchs. Zwei Tage später
ein Mail aus der Fachabteilung. Gibt es in der Studie Event-Navigator 2009 ein Agentur-Ranking? Können Sie uns das geben? Ich schreibe zurück, gerne, aber das hat seinen Preis.
Seitdem Schweigen bei Merz. Das ist vielleicht auch besser.

WoE: Dortmund oder Wiesbaden?

Gestern abend eskalierte auf XING der Streit zwischen der einstigen Veranstalter-
gemeinschaft Corporate Communications (Bea Nöhre) und den Rhein-Main-Hallen
in Wiesbaden. Da preschte der IT-Leiter (?) der RMH vor und verkündete offiziell,
daß man einen erfahrenen Messeveranstalter als neuen Partner gewonnen habe.
Merkwürdig nur, daß kein Name genannt wurde. Das riecht nach einem kleinen
schmutzigen Manöver, um CC publizistisch auszutricksen. Seriös ist das nicht, fair
schon gar nicht.

CC und Beate Nöhre haben ganz sicher die volle Rückendeckung der Branche, denn
sie war und ist das Herz der World of Events. Ihr Mann Joachim war Initiator der Messe.
Man kann Bea Nöhre nur wünschen, daß die Namensrechte eindeutig  bei CC liegen, damit der Kleinkrieg schnell aufhört. Denn ansonsten haben wir drei Verlierer - CC, RMH und die Branche. Das wäre für uns wieder einmal ein schlechtes Zeugnis. Unser Image ist in der Marketing-Welt ohnehin nicht besonders glanzvoll. Also, auf nach Dortmund, 20. und 21. Januar 2010, zur World of Events.

Marken-Award 2009: Quäl Dich, Du Sau!

Gestern wurde in Düsseldorf der begehrte Marken-Award verliehen. Eine Veranstaltung mit 1.000 hochkarätigen Gästen, darunter einige Vertreter unserer Zunft.
Ein Event, der Spaß gemacht, der von Sky Premotion, einer FME-Agentur, organisiert wurde und  gezeigt hat, wie die ADAM+EVA-Verleihung aussehen sollte.

Das begann mit einer launigen Begrüßung durch Bernd M. Michael, der das Udo-Bölts-Zitat
als Losung für die derzeitige Lage der Kommunikations-Branche ausgab. Es endete mit
Champagner auf der Bühne, während die Gäste den Saal verließen.
Alles hatte Stil und Klasse, denn das ist keine Frage des Geldes, womit sich der FAMAB gern herausredet. Auch der Marken-Award wurde in erheblichem Umfang gesponsort.
Übrigens sah man auf der Bühne nur gut gekleidete Preisträger im Gegensatz zu manchen
“Agentur-Schnöseln” in Bochum, die meinten, Lässigkeit sei ein Ersatz für guten Geschmack.

Die Verleihungszeremonie hatte Pep und Würde, ein Moderatoren-Paar, das sich blind
verstand, mit intelligenten Texten und Fragen an die Preisträger. Man könnte die Liste
beliebig fortsetzen, was alles im Vergleich zu ADAM+EVA besser war. Wohlgemerkt geht
es nur um das Geschehen auf der Bühne. Hier zeigen sich fast bei jedem Jahrgang große
handwerkliche Schwächen, die sich nicht mit fehlendem Geld erklären lassen. Was hat
z.B. eine schlechte Kameraführung mit Geld zu tun? Was hat eine lieblose Präsentation
der Sponsoren mit Geld zu tun? Regie, Dramaturgie, Inszenierung und perfekte Umsetzung
sind eine Frage von Stil und Können. Nicht nur bei der ausführenden Agentur, sondern
auch beim Auftraggeber, dem FAMAB. Hier treffen verkrustete Strukturen auf fehlende
Sachkenntnis (Vok Dams) und Müdigkeit (Vok Dams) und zuwenig Expertise in der
Marketing-Kommunikation. Die Stagnation und das “Kochen im eigenen Saft” zeigen sich
an stagnierenden Mitgliederzahlen (FAMAB) bzw. sinkenden Zahlen (FME von 60 auf 40
Agenturen).
Da kann man nur sagen, quäl Dich, Du Sau!

Projektmanagement in der Kreativwirtschaft

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Im Qualitäts-Kodex des FME ist seit dem Sommer 2008 das Projektmanagement als
bindende Arbeitsmethodik der Mitgliedsagenturen festgeschrieben. Ein dickes Lob den
Autoren. Die Bedenken der Eventmanager in den Agenturen kann man sich ausmalen.
Die nachfolgenden Gedanken basieren auf Anregungen des PM-Experten und Blogger Dr. Stefan Hagen aus Lustenau/Vorarlberg. www.pm-blog.com

1. Veranstaltungen sind Projekte, weil sie die Definition nach DIN 69901-5 erfüllen.
    Die Wertschöpfung z.B. einer Agentur wird nahezu auschließlich im Projekt erbracht.
    Trotzdem wird in der Praxis häufig wenig Wert auf methodisches Arbeiten gelegt.
    Oft geäußerte Vorurteile: Planung ist sinnlos, es ändert sich dauernd; Projektmanagement
    behindert meine Kreativität; für Planung fehlt mir die Zeit; jedes Event ist anders; das ist
    zu bürokratisch.
2. Konzeptioner und Eventmanager, die Projektmanagement sinnvoll und pragmatisch
     einsetzen, arbeiten effizienter und effektiver. Dies erhöht die Mitarbeiter- und Kunden-
     zufriedenheit.
3. Prozess (der Weg zum Ziel) und Aufgabe (das kreative Ergebnis/Event) sind zu  trennen.
     Methodik steht der Kreativität nicht im Weg. Im Gegenteil - Ideen und   Innovationen
     sind die Produkte der heutigen Wissensgesellschaft. Kreativität ist im Ergebnis ”nur”eine
     neue Kombination bereits bestehender Elementen. Der Weg dahin kann mit System
     und Methode beschleunigt werden. Nichts anderes will Projektmanagement.
4. Meßbare Zielsetzungen und Kreativität sind kein Widerspruch. Jedes Eventkonzept und
     jedes Event braucht klare Ziele, die sich aus dem Briefing des Kunden ableiten.
5. Die Beschreibung und Standardisierung des Arbeitsprozesses vom ersten Kundenkontakt
     bis zur Endabrechnung unterstützt alle Beteiligten (Kunde, Agentur, Dienstleister) auf
     dem Weg zu einem einmaligen Event. Weniger fehler, weniger Stress, mehr Tempo und
     Qualität sind das Ergebnis von konsequentem Projektmanagement.

    

Merkwürdige Methoden by Marriott

Der Werbe-Blogger Spießer Alfons berichtet von den unfeinen Methoden der amerikanischen Hotel-Gruppe mit Standorten in Berlin, Bochum, Düsseldorf, Frankfurt, Freising, Gelsenkirchen, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Karlsruhe, Köln, München und Sindelfingen. http://off-the-record.de/2009/02/27/spiesser-alfons-marriott-macht-eine-marke-platt/
Der Faux pas: der Hotel-Goliath ist gegen einen Mode-David vorgegangen. Genauer: Der David ist eine Frau. Ihr Name Mari Otberg. Sie führte das Label JustMariOT für ihre Brautmoden. Und irgendein Rechtsverdreher fand in diesem Namen ein verstecktes „Marriott“. Also Abmahnung, Drohung und Aus für ”JustMariOT”.
Spießer Alfons schreibt weiter, dass Mari Otberg sich mit ihrem Markennamen bereits erfolgreich in der Modewelt etabliert hat. Und diesem Namen wurde durch die Hotelkette das Label entzogen. Mari gab ihren Laden in Berlin auf, weil sie weder über die Kraft noch über die finanziellen Mittel verfügt, um dem Hotel-Riesen gerichtlich Paroli zu bieten.
Ein peinliches Schauspiel, das Marriott inszeniert hat. Und darum ist Marriott für den Spießer und mich gestorben. Gibt ja auch genügend andere Hotels. Und wenn sich das im Web 2.0 herumspricht, dann wird es dem Hotel-Management vielleicht dämmern, ob das klug gewesen ist. (Original-Artikel leicht bearbeitet. WR)

Eine neue Kultur der Verantwortung

Friedrich der Große (1712-1786) bezeichnete sich als ersten Diener des Staates. Danach muß etwas ganz furchtbar schief gegangen sein, denn die Macht und die korrespondierende Verantwortung wurden vertauscht und auf den Kopf gestellt.
Die Menschen an der Spitze von Staat und Wirtschaft haben es geschafft, sich dem
Generalverdacht auszusetzen, daß sie ihre Vollmacht fast immer mißbrauchen. Konsequenterweise wäre eine Beweislastumkehr zu fordern: Der Machthaber muß beweisen, daß er verantwortungsvoll handelt, nicht umgekehrt.
Neben einer fachlichen Eignung ist auch stets die charakterliche Eignung zu prüfen!

Buchempfehlung: Manola Märtens Ethik als Grundlage für moralisches Handeln
in Unternehmungen,
München 2000

ars longa vita brevis - Kunst trifft Event

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Spätestens seit den Höhlenmalereien von Lascaux vor ca. 20.000 Jahren sucht der
Mensch seine Identität durch Kunst und Kultur zu versinnbildlichen.
Identitätssuche (Wer bin ich) steht bei Zukunftsforschern wie Prof. Dr. Wippermann (Trendbüro Hamburg) ganz oben auf der Forschungs-Agenda.
Marketing-Events leiden unter einem großen Mangel an Kultur. Dabei kann man Mitarbeiter oder Kunden durch eine gemeinsame Kunstaktion besonders gut motivieren.
“ARTS4YOU” aus Solingen ist eine vier-köpfige Künstlergruppe mit großer Expertise bei derartigen Veranstaltungen.
http://www.arts-4-you.de

Der Meister der Camouflage

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Volkwart Dams (so der richtige Name) bezeichnet sich in PR-Mitteilungen stets als
Journalisten, ohne nähere Angaben über seine publizistische Heimat zu machen.
Die Googlelei führt jedoch immer zu einem Fotografen Vok Dams. Das ist ein hoch
angesehener Beruf und hat im weitesten Sinne mit Journalismus zu tun. Die Wurzeln
der Agentur Dams (gegründet 1975) liegen allerdings in der Gestaltung audio-visueller Medien.
Das klingt sofort viel logischer. Lassen wir die Vergangenheit ruhen und wenden uns
der Gegenwart zu.

Herr Dams hat seine Liebe für die französische Sprache entdeckt und seinem Buch einen ebensolchen Titel gegeben - Code Rouge. Nur ein paar Klicks entfernt findet man das Wort Camouflage. Das bedeutet Irreführung, Täuschung, Tarnung. Manche Tiere, wie das Chamäleon, tarnen sich, um Freßfeinden zu entgehen oder um größer zu erscheinen, als sie in Wahrheit sind.
Einen spektakulären Fall finden wir auch im Event-Reich!

Das Institut für Live-Marketing GmbH in Wuppertal, das sich fälschlich - beabsichtigt oder unbedarft -  als “weltweit erstes und und einziges Institut” bezeichnet, hat 5 Angestellte: Einen “President + CEO” (eine deutsche GmbH!), zwei Geschäftsführer und zwei Mitarbeiter. Weit und breit aber keinen ausgewiesenen Wissenschaftler oder wissenschaftlichen Beirat oder wissenschaftlichen Kooperationspartner!
Wir erinnern uns dunkel an die Jura-Vorlesung über das “Gesetz gegen den unlauteren
Wettbewerb”, schauen nach und entdecken im §5,1 Unlauter handelt, wer eine irreführende geschäftliche Handlung vornimmt. Eine geschäftliche Handlung ist irreführend, wenn sie unwahre Angaben enthält oder sonstige  zur Täuschung geeignete Angaben über folgende Umstände enthält.
Wir empfinden trotzdem ehrfürchtigen Respekt. Themenwechsel.

Im Jahre 2007 beschäftigte die VOK DAMS GRUPPE lt. Geschäftsbericht per 30.06.2007 im Mittel 59 Mitarbeiter. Nach eigenen Angaben in HORIZONT 18/2008 sind es jedoch 98 festangestellte Mitarbeiter, die ein Gross Income (Honorar + Provision) von ca. 23,5 Mio. Euro erwirtschafteten. Ein anderer Marktführer, nämlich BBDO Germany kam in 2007 bei 4.900 Mitarbeitern auf ca. 400 Millionen Euro Agentur-Umsatz (im Unterschied zum Budget-Umsatz “Billings”). Das entspricht einem Pro-Kopf-Umsatz von € 82.000,- gegenüber € 240.000,-. Inhaber-geführte Werbeagenturen kommen auf € 120.000,-, inhaber-geführte PR-Agenturen auf € 110.000,- pro Mitarbeiter.
Das ist schon verblüffend oder eine unternehmerische Glanzleistung. Oder Camouflage?

Nehmen wir die Zahl der Pressemitteilungen. Die VOK DAMS GRUPPE kam in 2008 auf
die stattliche Zahl von fünfzig, also ca. 4 pro Monat. Rechnet man diese Zahl hoch auf die
Unternehmensgröße von BBDO Germany, käme man auf achthundertachtundsechzig (868).
Tief Luft holen - tatsächlich begnügte sich BBDO mit 188 Pressemitteilungen. Dafür ist
die Werbe-Welt zutiefst dankbar.

Berufsbilder + Berufswege

Für den Nachwuchs der Veranstaltungswirtschaft höchst informativ!
Akribisch recherchiert und  journalistische Feinkost!

http://www.cim-publications.de/berufsbilder.html?L=0 

Der Pawlow’sche Reflex

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Dem russischen Medizin-Nobel-Preisträger (1904) verdanken wir die Erkenntnis, daß
der Speichelfluß des Hundes schon bei den sich nähernden Schritten seines Herrchens/
Frauchens einsetzt. Ganz ähnlich scheint es mit den Awards in der Event-Branche zu sein.
Egal wie groß oder wie klein die Wurst ist, gierig reicht man ein.
Für Werbeagenturen zählen zwei Awards - einen für die Kreation (ADC-Wettbewerb) und
einen für Wirksamkeit (EFFIE). Die kleine Schwester “Event” leistet sich dagegen 7 nationale
Awards. Ganz biblisch begann es mit “ADAM + EVA”. Auch der “BOB” hat Tradition, der “INA” würdigt den Nachwuchs, der “CONGA” prämiert die Event-Dienstleister. Der “MBA” hat wohl sein Leben ausgehaucht, der “BEA” versucht sich ein zweites Mal. Das ist die Lage.

Das Erscheinungsbild der Branche wird, im Gegensatz zur Marketing- und Werbelandschaft, nicht nur von profilierten Agenturen und kompetenten Fachjournalisten geprägt, sondern leider auch von Halbgebildeten, Gernegroßen und Lautsprechern.
“ADAM + EVA” sind das Maß aller Dinge. Der  gute “BOB” verzeichnet in seiner 43-köpfigen
Jury leider keinen Event-Experten. Der ADC-Wettbewerb ist über jeden Zweifel erhaben.
Der “Conga” pausiert in 2009, verzichtet auf eine Jury und läßt stattdessen die Auftraggeber
abstimmen. Prima! Der “INA”, eine gute Idee, spricht von einer Jury, ohne Namen zu nennen.
Und der “BEA”. Ein typisches Me-too-Produkt.  www.bea-award.de. Was ist neu? Was ist
anders? Alle Kategorien sind von den bestehenden Awards abgedeckt.
Eine namentlich nicht genannte Jury beurteilte 40 Einreichungen in sechs Kategorien.  Sind die Damen und Herren nicht vorzeigbar?
Kommen wir zurück zu den “Hunden”. Die Shortlist verzeichnet sehr prominente Agenturen.
Kaum No-Names, erstaunlich viele, die ihr Können längst eindrucksvoll bewiesen haben:
circ, insglück, JungvonMatt, imagepeople, PLEON etc. Egal, wie groß die Wurst ist, dem Hund schmeckt es immer. Aber beim Menschen geht doch wohl Qualität vor Quantität.
Guten Appetit.

Der Gold-Standard

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Nicolai O. Herbrand (Hrsg.): Schauplätze dreidimensionaler Markeninszenierung,
2008, ISBN 978 3 9811220 2 2 für € 78,-
Ein goldenes Preis-Leistungs-Verhältnis, denn über 40 namhafte Autoren gaben
ihr Bestes für dieses brilliante Herausgeberwerk. Eine Rezension hieße “Eulen
nach Athen tragen”; ansonsten im EventPartner 5/2008 zu lesen.

Code Rouge - das Buch zur Agentur

In der Vergangenheit gab es einige exzellente Fachbücher, die von Agentur-Inhabern
geschrieben oder herausgegeben wurden. Allen voran Tom Inden-Lohmar „Alles Event“,
P. Bremshey & R. Domning „Eventmarketing“ oder Dr. Gerd Wirtz “Die Regenmacher”.
Alle diese Bücher haben gemeinsam, daß sie dem Leser in erster Linie einen Nutzen stiften wollen und erst in zweiter Linie der Eigenwerbung dienen. Dies ist bei dem vorliegenden
Buch leider umgekehrt, jedoch geschickt getarnt.
Mit den Begriffen „Live-Marketing“ und „Direkte Wirtschaftskommunikation“ fallendie Autoren weit hinter den Stand der wissenschaftlichen Diskussion zurück.
Vgl. dazu u.a. Nickel, O. im Vorwort und Zanger, C. in „Eventmarketing“, 2008; ebenso
Bordne, J. „Eventmarketing – ein Kommunikationsinstrument wird erwachsen“, 2007.

Geradezu abenteuerlich klingt die Taxonomie, mit der diese Termini in Beziehung
gesetzt werden: Live-Marketing wird neben das Marketing gestellt als eine Art Task
Force „….für die direkte und persönliche Zielgruppenansprache“. Wo bleiben in diesem System das Direkt- bzw. Dialog-Marketing und die Verkaufsförderung/Promotion? Wie passt das Sportmarketing in diese Welt? Oder ist es ein Paralleluniversum?
 
Ein Blick in die klassischen Lehrbücher des Marketing (Meffert, Kotler, Nieschlag/Dichtl/Hörschgen oder Esch) hätte da enorm geholfen. Davon ist jedoch keines im umfangreichen Literaturverzeichnis aufgeführt.

Ein Teilbereich des Live-Marketing sei die Direkte Wirtschaftskommunikation.

Event-Marketing und! Marketing-Events seien wiederum „….wesentliche Bestandteile der direkten Wirtschaftskommunikation.“ Diese für die Marketing-Welt neuen Definitionen werden allerdings nicht abgeleitet, oder diskutiert, sondern nur behauptet (auf einer 3/4Seite). Fertig. Man gibt sich wissenschaftlich, kann diesen Anspruch allerdings nicht erfüllen.

Es wird bereits auf dieser S. 15 das Bemühen deutlich, eigene Begrifflichkeiten in
den Markt zu drücken. Es geht den Herren Dams scheinbar um nichts weniger als
die Luft- und Deutungshoheit über die Fachbegriffe der Event-Branche zu gewinnen.
Das lobenswerte Anliegen des Buches, konzeptionelle und kommunikations-wissenschaftliche Grundlagen des Eventmarketing aufzuzeigen, wird immer nur angerissen.
Bei 170 Seiten netto kommt so manches zu kurz. Unglücklicherweise wird auch versucht, Grundlagen der Kommunikation und die praktische Anwendung gleichzeitig zu vermitteln. Das ist zum Scheitern verurteilt.
 
In den Hauptkapiteln des Buches findet man Anachronistisches „Wer sein Image verbessern möchte, muß in das Image seiner Zielgruppe investieren.“ (S.83)Aber auch höheren Blödsinn „Die Erfindung des Erlebnismarketings war die Antwort auf den Paradigmenwechsel der Marke vom Unterscheidungszeichen für Qualität zum Kulturzeichen für emotionale Bedeutungen.“ (S.18) Oder Banales: Auf S. 32/33 wird dem Leser allen Ernstes erklärt, was ein System ist und was man davon hat, systematisch vorzugehen. Da schweigt des Sängers Höflichkeit.Oder Falsches: „Emotionen spielen für das Denken und Handeln die Rolle von Begrün-dungsinstanzen.“ (S. 98) – es ist genau umgekehrt, wie Neurobiologen herausfanden. Leider werden wir auch mit Pseudowissenschaft konfrontiert, die Autoren pochen jedoch auf ihre Wissenschaftlichkeit. So heißt es auf S. 48: „CODE ROUGE – Die Gesetzessammlung. Nachfolgend wird das in Modulen hinterlegte Wissen über Kommunikationsgesetze beschrieben.“ Das ist eine Täuschung des arglosen Lesers, denn Gesetze kennt man nur im Rechtswesen und in den Naturwissenschaften. Allerdings weiß der um Redlichkeit bemühte Wissenschaftler seit Sir Karl Popper (engl. Philosoph und Wissenschaftstheoretiker), daß Theorien stets unter dem Vorbehalt der Falsifikation stehen. Wir lernen aber auch Nützliches, Erhellendes, Wissenswertes, Interessantes – leider viel zu wenig. Spannend klingen die Beispiele aus der eigenen Agentur-Praxis (Mercedes-Benz, VW, BMW), aber diese 12 Seiten retten das Buch auch nicht.
Gerade als man das Buch aus der Hand legen will, meldet sich das Unterbewußtsein – natürlich, Christian Mikunda! „Der verbotene Ort“! Die Thematik von „Code Rouge“ wurde schon vor einigen Jahren behandelt. Äußerst lesenswert, tiefgründig, fundiert – eben ein Standardwerk der Marken-Inszenierung. Seltsamerweise fehlt im ansonsten üppigen Literaturverzeichnis dieser Klassiker ausdem Jahr 2005. Ausgerechnet - kein einziges Buch von Christian Mikunda, dem weltweit anerkannten Fachmann und Berater für Marketing-Dramaturgie. Welch ein Fauxpas. Dann fällt eine merkwürdige Parallele ins Auge: Auch Mikunda arbeitet mit einer Formelsammlung und einer Buchstaben-Ziffern-Kombination, die er als System bezeichnet (vgl. dort Kapitel 3). Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Fazit:  
1. Nutzen für den Leser: Stärken in den Prinzipien der Event-Konzeption, der Wirkung von Kommunikation und Inszenierung von Marken; Schwächen im Marketing. 
2. Zielgruppe: der Laie wird überfordert, dem Profi fehlt es an thematischer Tiefe. 
3. Diktion: Das Buch verspricht mehr als es hält. Es werden auch wissenschaftliche     Magerkost und Plattitüden serviert. Übermäßiger und z.T. überflüssiger Gebrauch
von Fremdwörtern.
 
4. Didaktik: Wichtige Erkenntnisse werden in nummerierten Modulen verpackt, die eher      verwirren. Event-Konzeption ist keine Mathematik, sondern eine kreative Tätigkeit. 
5. Anspruch und Wirklichkeit: Ein (selbsternannter) Marktführer muß weit mehr Qualität     bieten.
Das Gesamturteil. In der A-Note für den Inhalt: knapp Befriedigend wegen eklatanterMängel im Marketing-Teil und z.T. wissenschaftlichem Fast Food; In der B-Note für die Haltung: Mangelhaft wegen fehlender kritischer Distanz zum eigenen Denken und mehrfachem Verdacht auf Täuschungsversuch.  
Der Verfasser studierte Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Marketing. Seit über 25 Jahren ist er im Eventmarketing als Berater, Konzeptioner und Projektmanager tätig. Er lehrt dieses Fach an der privaten, staatlich anerkannten, Hochschule BiTS Business and Information Technology School in Iserlohn.
Am Düsseldorfer kreativkader bildet er den kreativen Nachwuchs von renommierten Werbeagenturen in Event-Konzeption aus.

 

Ein fiktives Interview mit Michael Hosang

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Ich treffe meinen heutigen Gesprächspartner an der Bar des Sportpark Hilden,
bei dem wir beide Mitglieder sind.

WR: Tag Herr Hosang, lange nicht gesehen, haben Sie abgenommen?
MH: Kann schon sein, das letzte Jahr war eine Katastrophe!*
WR: Wieso? (mein Gegenüber zündet sich eine Zigarette an und bestellt einen Gin Tonic)
MH: Ich habe meine gesamten Rücklagen in Zertifikate von Lehman Brothers investiert.
WR: Sch…….
MH: Genau das. Und dann macht der FAMAB noch so eine Markterhebung über Weiter-
         bildung. Ich fühle mich irgendwie gescannt. Mein Freund Vok Dams hat das lange
         verhindern können. Aber mit einem Mal waren die wild entschlossen.
WR: Haben Sie eigentlich mitbekommen, daß mit “Treibhaus 08″ ein Aufbaustudium für
         Event-Konzeptioner an den Start gegangen ist?
MH: Nö.
WR: Das wäre doch eigentlich von Ihnen zu erwarten gewesen, schließlich haben Sie doch
         an einem EU-Projekt namens Matrix mitgearbeitet, das sich mit der Ausbildung für
         Eventmanager befaßte?
MH: Stimmt, da habe ich echt gepennt.
WR: Das hätte Ihrem schlechten Image in der Agentur-Landschaft sicher gut getan.
         Was qualifiziert Sie eigentlich für die Aus- und Weiterbildung? Ist das IST von
         einem offiziellen Bildungszertifizierer anerkannt? Oder eine Zertifizierung nach
         DIN ISO 9001:2000? Oder wenigstens eine Empfehlung durch einen Verband?
MH: Hä?
WR: Sie sind also wie ebam ein selbsternannter Ausbilder für Event-Themen?
MH: Scheint so.
WR: Upgrade Your Knowledge!!! Und sonst? Wie läuft das Tagesgeschäft?
MH: Das leidet unter der Rezession. Dann ist da noch die blöde Geschichte mit den
         akademischen Abschlüssen von Unis und Fachhochschulen. Die vergeben keine
         Diplome mehr, sondern Bachelor und Master.
WR: Na und?
MH: Früher fiel das mit dem Diplom-Eventmanager (IST) nicht so auf, denn es gab ja
         den Diplom-Betriebswirt (FH). Für viele war da kein Unterschied.
WR: Sie sind ja genauso raffiniert wie Herr Dams.
MH: Danke für die Blumen! Eigentlich funktioniert meine Produktpolitik einerseits 
         nach dem Schablonen-Prinzip und andererseits nach dem Motto, “Alter Wein in
         neuen Schläuchen”.
WR: Sie machen mich neugierig.
MH: Also, die immer gleichen Seminarinhalte und immer gleichen Dozenten, aber immer
         neue Seminar-Titel. 
* Zur Klarstellung: dieses Gespräch hat niemals stattgefunden. Der Autor
        

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